Marathon No. 3

Der Schmerz geht, der Stolz bleibt.

am Freitag war es dann soweit, auf nach Hamburg, mit einem sehr gemischten Gefühl… . Auf der Marathonmesse holte ich dann noch am Freitag meine Startunterlagen und abends im Hotel lass ich auf der Startnummer: Anne Marie. Sollte ich ab heute Anne Marie sein : - ) Also besuchte ich die Marathonmesse am Samstag, nach einem kleinen Lauf und einen leckeren Frühstück, noch einmal & ich bekam diesmal tatsächlich meine eigenen Startunterlagen - F831 Leila. Auf der Marathonmesse wurde angeboten die Laufstrecke mit dem Bus zu besichtigen, das taten Samir und ich dann auch. Ob es immer so gut ist, zu wissen was auf einen zukommt!?!? 

Race-Day

Nach dem Frühstück ging es mit der S-Bahn zur Reeperbahn, wo der Startbereich war. Die Kleiderbeutelabgabe verlief recht reibungslos, und mittlerweile machte sich auch Aufregung in mir breit. Nach dem Einlaufen ging es dann kurz vor 9 Uhr in den Startbereich, was sich als schwierig herausstellte. 20000 Läufer brauchen eben so ihren Platz.Kurz nach 9 Uhr morgens, bei schönsten Sonnenschein und fast windstill überlief ich die Startlinie. Massen von Zuschauern standen schon an der Strecke und sorgten für Stimmung. Bis zum Kilometer 5 ging es mir gut, die Beine waren locker und ich fühlte mich recht gut, noch … .

Bei Kilometer 8 dann die erste Magenkrämpfe und im Hafen, wo es Leuten nur über die Railing treibt weil es ihnen schlecht durch Seekrankheit ist, entleerte ich meinen Magen das Erste mal, dass war bei Kilometer 10.  Nach kurzem Gehen, verabschiedete ich mich von Samir - wir wollten eigentlich zusammen laufen, ich war mir allerdings nicht sicher, ob ich das Ziel erreiche. Das Gehen tat ganz gut und so lief ich bei Kilometer 13 durch einen 800 m langen Tunnel. Die vom Tempomacher hervorgerufene Stimmung und die Laola-Welle die durch den Tunnel durch tausende Läufer zelebriert wurde, ließen die Schmerzen erstmal vergessen.

An der Außenalster dann der nächste Spaziergang, die Energie fehlte und es war noch ganz schön weit bis zum Ziel. Aber ein DNF (Did not Finish) stehen haben - nein, dann lieber quälen. Hinzu kamen noch Schmerzen im Fuß und somit wußte ich nicht, was mir mehr weh tat. Auch gut. Angekommen bei Kilometer 21 war ich fest entschlossen, jetzt höre ich auf. Also drehte ich um, die Massen liefen mir jetzt entgegen und mit mir ein junger Mann, dem es wohl ähnlich erging. Im Kopf DNF - nein, nie. Zumindest ins Ziel, egal wie. Da ich in Hamburg war, keine Ahnung wo in Hamburg & auch nicht wußte wo die nächste U-Bahn Richtung Zielbereich, bzw. man zu dieser auch ne ganze Weile unterwegs ist und mir das noch viel aufwändiger erschien, machte ich ne Kehrtwende und lief, lief und lief. Irgendwann kam ich bei Kilometer 30 an,  es war gegenüber zum Frankfurt Marathon sehr wenig Musik an der Strecke, dafür unheimlich viele Menschenmassen und jedesmal wenn jemand meinen Namen gerufen hat oder ich Plakate gelesen habe auf denen zu lesen war: “Der Schmerz geht, der Stolz bleibt!”, kam das Ziel näher und näher.

Unterwegs musste ich über so viele Marathonis lachen, die fluchten und doch rannten. Und noch mehr musste ich lachen, als bei Kilometer 35 eine Familie den Läufern halbierte Eier mit Kaviar angeboten haben. Ich weiß nicht, ob sie diese losgeworden sind. Interessieren tut es mich ja sehr. Mit Bananen als Energieschub versuchte ich mich bis zum Ziel zu kämpfen. Kilometer 38, Kilomter 39, Kilometer 40 und dann endlich

Kilometer 42,195.

Ich war im Ziel. 4:52:28  h. Circa eine Stunde langsamer als in Frankfurt. Trotzdem Stolz, weil es der härteste Lauf war, den ich je gelaufen bin und über *fast* jeden Kilometer lachen kann, da es dazu eine Geschichte gibt.

runnersvillage.jpg im-ziel.jpg massageliege.jpg

4 Kommentare

  1. samir
    geschrieben am 29. April. 2008 um 13:29 Uhr | Permalink

    Ich bin stolz auf dich, nicht jeder hätte sich so gequält und es bis zum Ziel geschafft. Du bist eben ein richtiger Marathoni:-)

  2. RiFi
    geschrieben am 29. April. 2008 um 21:49 Uhr | Permalink

    Wahnsinn Leila Anne-Marie… Ich bin soooooo stolz auf dich. Gratulation und ich freue mich, jede erlebte Geschichte zu hören.

  3. Guido
    geschrieben am 7. Mai. 2008 um 23:29 Uhr | Permalink

    Bin stolz auf dich. Hab mir neue Schuhe gekauft. Was soviel heißen soll, dass ich es noch nicht ganz aufgegeben hab. ;-)

  4. Leila
    geschrieben am 8. Mai. 2008 um 8:57 Uhr | Permalink

    @Guido, dann drück ich Dir auch ganz fest die Daumen … und wenn Du mal platt bist, dann versteckst Du Dich im “Grünen” Herr Kermet :-)

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