Ironman 70.3 Thailand – man muss verrückte Dinge tun!

Man muss verrückte Dinge tun, um gelebt zu haben!

Nachdem wir am 14.11. aus China zurück waren und ich einen Infekt im Gepäck bzw. im Körper hatte, war ich ein paar Tage an die Couch gefesselt. Und irgendwie komme ich da immer auf die verrücktesten Ideen. Alex hatte seine Quali für Hawaii und ich überlegte mir, was ich noch anstellen könnte um auf Hawaii nicht Supporter zu sein. Es gab da ja ach etwas Recherche noch einen Wettkampf in Thailand. Es war Mittwoch, wenn es mir bis Samstag besser geht, könnte Frau ja nochmal genauer überlegen….! Es war Samstag und mir ging es besser. Ich schrieb einer Freundin von meiner Idee. Ihre Antwort: Ich komme mit! Alex kennt mich ja mittlerweile und fand die Idee nicht so überraschend und irgendwie auch gut. Also wieder Sachen gepackt, beim Triathlon hat man ja so einiges zu packen und mit einem wirklich gutem Angebot ging es mit Qatar Airways nach Phuket zum nächsten Wettkampf. Die Maschine auf dem Hinflug nach Doha war leer. Ich hatte eine 4er Bank und konnte sogar die Augen schließen und schlafen. In Doha gab es einen kurzen Aufenthalt und dann ging es weiter nach Phuket. Dort angekommen traf uns der Schlag. Irgendwie hatte ich vergessen, wie warm und schwül es in Thailand ist. Zum Glück, sonst wäre ich wohl nicht hier. Hihi. Andere als in China war es hier weniger gut organisiert mit dem Transfer. Das Rad stellte das größte Problem dar. Nachdem ein anderer Triathlet ähnliche Probleme hatte und er in der Nähe von unserem Hotel wohnte, organisierten wir uns zusammen und kamen abends etwas geschafft im Hotel an. Essen und Schlafen.

Aber tataaaa, auch mein Infekt war am nächsten Morgen wieder da. Also habe ich mich erstmal als reiner Tourist auf Phuket aufgehalten und mit meiner Freundin die Sonne genossen. Das Hotel und der Triathlon waren in dem Bereich Laguna Phuket. Alles sehr ordentlich gehalten und nicht ganz mit dem typischen Thailand zu vergleichen, aber trotzdem angenehm europäisch. Mit scharfem Essen und ein paar Zügen im Meerwasser ging es mir recht schnell wieder besser. Die Akklimatisierung… naja, dazu brauchte man hier wohl ein paar Tage mehr.
Es hatte sich viel verändert, zuletzt war ich 2007 in der Gegend. Nachdem ich mein Rad zusammengebaut hatte und an dem Ventil etwas abgebrochen war, suchte ich einen lokalen Radladen auf. Problem gelöst.

Mitte der Woche ging es mir wieder etwas besser und ich fuhr den steilen Teil der Radstrecke ab. Ich muss schon zugeben, die war schon wirklich anspruchsvoll. Die hohe Luftfeuchtigkeit machte vor allem das bergabfahren ziemlich gefährlich. Der Asphalt war wie Schmierseife.
Fit war natürlich etwas anderes, also drehte ich nach gut einer halben Stunde wieder um und schaute mir vom Motorroller aus die Strecke nochmal an. Die Tage danach waren ziemlich entspannt. Ausruhen, ausruhen und ausruhen.

Freitag war die Pastaparty und ein kleines Unterhaltungsprogramm. Hier im asiatischen Bereich wird sich noch richtig Mühe gegeben und den Teilnehmern etwas geboten. Sehr zu empfehlen. Samstag dann die übliche Radabgabe. Der Wechselgarten für die Räder direkt am Strand. Was für eine Kulisse. Toll. Nur ich fühlte mich nicht so richtig fit.

Raceday! Ich stellte mich recht weit vorne beim Schwimmen hin. Auch diesmal gab es einen Rolling Start. Mit dem Start der Profis um 6:30 Uhr war das Rennen eröffnet. Kurze Zeit später befand ich mich im Wasser und war nur am Überholen von langsamen Athleten. Im Wasser fühlte es sich ganz gut an, aber schon beim Schwimmausstieg merkte ich, dass mein Puls zu weit oben war. Also begann ich mehr als verhalten den Radpart. Besonders in den Bergen überlegte ich, ob es eine gute Idee ist hier zu fahren. Also tat ich so, als wäre es gar kein Wettkampf und genoss die Radstrecke. Und zu sehen hat man hier eine ganze Menge. Nach 90 Kilometern stellte ich mein Rad wieder in den Wechselgarten und lief los. Meine Supporterin sollte ja nicht enttäuscht sein und ich war wohl sogar noch 3. Frau. Beim Laufen musste ich ganz schön Federn lassen und versuchte mich mit Eiswürfeln zu kühlen so gut es ging. Am Ende ging es nur noch um die Finnischer-Medaille und die hatte ich nach über 5 h dann auch endlich um den Hals.

Witzig war noch, dass mich jemand nach dem Wettkampf ansprach und nach Leila Künzel gefragt hatte. Und ich meinte dann einfach nur: hier. Es war ein Arbeitskollege von Alex, der zufällig mit seiner Freundin hier urlaubte und Alex angeschrieben hat, ob wir hier sind.

Und die Moral von der Geschicht: man erinnert sich doch hauptsächlich an die verrückten gelebten Dinge.

Die Tage nach dem Wettkampf erkundeten wir noch Cocanut Island. Eine Insel ohne Strom und wie Thailand vor ca. 30 Jahren. Sehr zu empfehlen. Mit einem Longtailboot sind wir für 100 Bath hingefahren und hatten einen tollen Tag mit Einheimischen.

Khop Khun Khrap Thailand. Es war mir eine Ehre.