Ironman Klagenfurt

Ein kleiner Erlebnisbericht vom Ironman Austria 2013 –

Vor diesem Ironman war ich zwei Tage vorher so aufgeregt, wie vor keinem IM.

Dieses Jahr starteten in Klagenfurt knapp 3000 Athleten. 400 durften 6:45 Uhr starten, der Rest, Alex und ich dann 7:00 Uhr. Mit meiner Schwimmwahl hatte ich dieses Jahr Glück, es war zwar manchmal chaotisch, der Weg vielleicht auch etwas länger, dafür bin ich ohne Tritte der größten Waschmaschine entkommen. 2600 Athleten zusammen im Wasser, das kann man mal erlebt haben. Ein kurzer Krampf zwischendurch, diesen bekam ich relativ schnell in den Griff. Im Lendkanal wurde es noch einmal eng. Hier wurden die letzten 800 m geschwommen und trotz der Massen, bin ich mit Alex Seite an Seite geschwommen. Verrückt bei den Massen. Angepeilt war eine Stunde, rausgekommen ist 1:00:29 h.

Der Schwimmausstieg bis zur Wechselzone war lang. Meinen Wechselbeutel „Bike“ geschnappt, meine Radkleidung angezogen, Neoprenanzug verstaut und los ging es. Meine Socken wollte ich am Rad anziehen, auf dem Weg zum Rad, habe ich allerdings eine Socke verloren. Also fuhr ich ohne Radsocken weiter, ich hatte ja genau für diesen Fall oder für Regen noch welche im Wechselbeutel Run.

Nach einem Kilometer auf dem Rad rutschte mein linker Triathlonauflieger nach unten, egal, es wird schon irgendwie gehen. Die erste Runde bin ich zwar konzentriert, aber verhalten gefahren. Ich hatte einen Riegel dabei, denn auf der Strecke sollte es im Grunde ausreichend geben. Dachte ich. An den ersten beiden Verpflegungspunkten, gab es nur Banane. Diese vertrage ich unter Belastung nicht. Also gab es nichts. Es sind ja genügend Athleten auf der Strecke und manche hatten ihr Rad mit Verpflegung so vollgeladen, das ich mir freundlicherweise von zwei Herren jeweils ein Gel geben lassen konnte. Ob das der Fehler war für den Marathon? Beim nächsten Mal bin ich schlauer und nehme selbst wieder mehr Eigenverpflegung mit. Allerdings hatte ich es bei den anderen Veranstaltungen immer bestens mit der Radverpflegung in Erinnerung. Nach 90 km die Wende und die Strecke war noch einmal zu fahren. Mittlerweile konnte ich dann schon einige Leute wieder einsammeln und auch eine ganze Menge an Frauen. Als ich wieder in den Wechselgarten kam, waren in meiner Altersklasse noch nicht viele Frauen da. Lt. Liveticker war ich sogar 2. in meiner Altersklasse. Mein Rad stellte ich nach 5:16 h ab. Alex fuhr die 180 km in 5:03 h.

Wechselbeutel fürs Laufen suchen, die Laufsocken an, glücklicherweise hatte ich noch welche eingepackt, in die Laufschuhe rein und los ging es.

42 Kilometer. Ich hatten in diesem Jahr einiges mehr an Laufumfängen gemacht und so langsam wurden das Laufen und ich Freunde. Bis Kilometer 4 lief alles prima. Aber ein Marathon hat eben nicht nur 4 Kilometer. An der ersten Verpflegungsstelle fing mein Magen an zu rebellieren und ich konnte erstmal nicht mehr weiterlaufen. Beim Laufen war es mittlerweile schön warm und ich hatte einfach nur Durst. Sobald ich etwas getrunken habe, kam es wieder heraus. Komme ich heute wirklich ins Ziel, wenn ich jetzt schon gehe. Zwischendurch habe ich Alex immer mal gesehen, die Laufstrecke ist in Klagenfurt Teilnehmer- und Zuschauerfreundlich. Ob es ihm gut ging? Und wieder musste ich kurz gehen. Das war nicht mein Anspruch, also lief ich ein paar Meter und musste dann wieder gehen. Lief ein paar Meter, musste mich übergeben, ging ein paar Meter und das ganze wiederholte sich bis Kilometer 36/37. Dann war mein Magen unter Schmerzen trotzdem noch mal bereit 5 Kilometer an Stück zu Laufen. Die Stimmung in Klagenfurt ist der Wahnsinn. Als ich in die Zielgasse einbog, habe ich angehalten und habe mich von der Stimmung ins Ziel tragen lassen. Diese Sekunden waren so schön und so schwer verdient-meine dritte und schwerste Langdistanz. Finish in 10:49 Stunden.

Und nun… überlege ich schon, wo die Revanche kommt.

Lieben Dank ALLEN, die mich unterstützt haben.