Ironman Wales

Und dann war er da – der Saisonhöhepunkt 2017!

Ironman Wales in Tenby! The toughest Ironman in the world!

Yes – it is – aber auch ein ganz besonders tolles Rennen mit viel Flair!

Die Anreise ist etwas beschwerlich. Wir haben uns für die Fahrt mit dem Auto entschieden. Es dauert etwas länger, dafür kann man einpacken, einpacken, einpacken.

Mit der Fähre von Calais nach Dover ging es mit P&O Ferries, recht unkompliziert und man kann auch mal 1.5 h die Augen schließen. Angenehm, nach den ersten 8 h Fahrt. Pünktlich kamen wir in Dover an und machten uns auf dem Weg ins ca. 500 km entfernte Tenby/ Wales. Gegen Abend erreichten wir unsere gebuchte Unterkunft. Mitten in der City und wirklich hübsch eingerichtet, sowie ausgestattet. Die Wohnung kann man hier buchen: Franklin House!

Am Abend und nach der langen Fahrt sind wir noch etwas im Ort unterwegs gewesen. Nach soooo viel sitzen war es sehr angenehm sich mal wieder zu bewegen.

Die Tage vergingen recht schnell, ein paar kurze Trainingseinheiten, schlafen, essen, essen schlafen….! Und schon war Mittwoch und unsere verrückten Freunde sind am Abend in Tenby angekommen!

Die Tage von Freitag bis Samstag waren mit dem übliche Prozedere versehen. Wettkampfbesprechung, Füllung der Kohlenhydatspeicher, Check-in der Räder in den Wechselgarten …!

Tenby ist ein bezaubernder Ort und ideal für Athleten. Kurze Wege, welche das ganze Vorgeplänkel sehr vereinfachen.

Raceday

Morgens 4 Uhr klingelte der Wecker und wir drei Athleten saßen mit müden Augen am Frühstückstisch. Noch schnell ein paar Dinkelpancakes, welche uns unsere Supporter am Tag vorher gebacken haben und schon waren wir auch auf dem Weg zum Wechselgarten. Es war frisch und der Himmel wolkenverhangen. Nachdem wir die Radverpflegung am Fahrrad befestigt haben, ging es wieder zurück zur Unterkunft.

Jetzt waren alle Supporter (Maxi, Steffi, Ralf, Bertram, Susann) und Athleten (Alex, Christian und ich) vereint und gingen gemeinsam zum Schwimmstart.

Start für Christian war 6:50 Uhr (Profi) & unser Start war 7:00 Uhr. Das Meer war schon gut wellig, es sollte ein Spaß werden.

Die 3,8 Kilometer waren aufgeteilt in 2 Runden á 1,9 Kilometer mit kurzen Landgang!In der zweiten Runde wurde das Wasser noch unruhiger, da die Flut reindrückte. So überlegte ich hier schon, wie ich meinen Magen beruhigte. Nach 1:06 h bei diesen nicht ganz einfachen Bedingungen war ich wieder an Land und konnte meine „verrückten Freunde“ kurz abklatschen ehe es den ersten Anstieg des Tages zu bewältigen gab. In Tenby ist alles etwas anderes. Man kommt aus dem Wasser und läuft zum ersten pinkfarbenen Wechselbeutel.  Hier zieht man Neopren aus und Laufschuhe an, um dann eine steile langgezogene Rampe hochzulaufen und einmal auf die andere Seite des Ortes zu gelangen, wo die Räder und alles andere für den längsten Sporttag des Jahres standen. Es ist schon irgendwie witzig und die Atmosphäre einzigartig. Man wird schon morgens lautstark angeschrien und durch die walisischen Straßen gebrüllt.  Nach 1,6 Kilometern schnappt man sich sein Radel und geht auf die mit 2500 Höhenmetern bespickte Radstrecke.

 

Nach circa 10 Kilometern fing es dann auch zu regnen an, ganz zu schweigen von dem Sturm, welcher jetzt schon gutes technisches Geschick auf dem Rad abverlangte.

Wales hat viele Hecken und Steinmauern. Das ist tückisch, wenn diese Steinmauern kurz unterbrochen sind, drückt der Wind einen mal schnell auf die andere Straßenseite.

Mit einem Gore-Windstopper unter dem Einteiler, Armlingen und Knielingen war ich ganz gut ausgerüstet gegen Wind und Kälte. Mehr als 11 Grad Außentemperatur sollten es heute nicht mehr werden.

Die Radstrecke ist toll, so eine ehrliche Strecke findet man derzeit selten bei Ironman- bzw. Langdistanzveranstaltungen. Auf dem Weg zum ersten Wendepunkt in Angle fegt einen der Sturm fast von der Straße, die Hügel hinauf fällt der Tacho schon mal in den einstelligen Bereich. Eine schnelle Radzeit wird hier wohl niemand erwarten, dafür Landschaft, Landschaft, Landschaft. Sofern man dafür noch ein Auge hat, denn die Straßen sind sehr eng und verwinkelt. Zusätzlich verteilten in den Abfahrten die Bauern ihr Öl, nein kein Olivenöl – Öl des Zorns – weil wahrscheinlich einmal im Jahr die Strecke gesperrt ist. Also dort wo man es eventuell mal bergab laufen lassen konnte, musste man bremsen um nicht wegzurutschen. Die ersten 90 Kilometer hatte ich in 3 h geschafft. Auf dem Weg nach Saundersfoot wurde es nochmal besonders steil mit einem Anstieg von 16 Prozent. Hier sah ich das erste Mal in einem Ironman-Rennen, dass Teilnehmer ihr Rad hochgeschoben haben. Und dann war ich kurz vor Tenby und an einem Anstieg sah ich die meine Fancrew, kurz gelächelt und weiter ging es – im strömenden Regen natürlich. Beim nächsten Wettkampf verspreche ich euch Sonne J, lach. Mir ging es gut, die Verpflegung der Kohlenhydrate klappte auch gut. Allerdings schmecke das gereichte Wasser sehr nach Chlor, was mir später noch etwas schwer zu schaffen machen sollte. Nach 6:25 h und mit 28 Kilometer/h erreichte ich die Wechselzone als 5. Frau gesamt!

 

Nun wartete der Marathon mit 500 Höhenmetern auf mich. Leider machte schon von Beginn der Laufstrecke mein Magen schon etwas ärger. Mittlerweile denke ich, dass es an der Kälte und an dem Chlorwasser lag, welches gereicht wurde. Ich lief verhalten los und wusste, dass es nicht einfach werden wird. Wer die Laufstrecke kennt, weiß warum. Alex sah ich unterwegs, er hatte einen guten Laufschritt. Ich motivierte mich langsam zu laufen und ab und zu ein Schluck RedBull zu mir zu nehmen. Leider wollte mein Magen nichts, überhaupt nichts. So wurde es ziemlich zäh, zu dem ohnehin schon brutalen Wettkampf. Der Wind blies bergab einen auch noch so sehr entgegen, dass man auch hier ordentlich zu kämpfen hatte. Es war kein einfacher Tag und etwas leid taten mir meine Supporter, welche die gesamte Zeit im Regen stehen blieben. DANKE DANKE DANKE! Niemand hat gesagt, dass Tenby einfach werden wird. Aber das es so brutal wird …  es waren wohl auch diesmal die härtesten Bedingungen ever. Nach 4:41 h überquerte ich die Finishline in Tenby überglücklich.

 

Überlegt euch gut, wo ihr startet. Wenn wir auf der Startliste stehen, könnte es zu besonderen Wetterbedingungen kommen. Der Ironman Frankfurt mit 40 Grad, Hawaii  2015, welcher in dem Jahr auch besonders heiß war und diesmal der Ironman Wales mit wirklich kühlen Temperaturen um 11 Grad. Leider konnte ich meine gute Laufform nicht auf die Strecke bringen, aber neues Ziel – neues Glück & zum Glück vergisst man schon am nächsten Tag, dass man gesagt hat, DAS war der letzten Ironman!

 

Fazit: ein beeindruckendes Rennen, welches auch noch 14 Tage später mein Herz mit Stolz erfüllt. Wer etwas besonderes mag, der sollte hier am Start gewesen sein.

 

Ich bedanke mich bei www.credimaxx.eu, Topo Athletik http://acs-vertrieb.de/category/topo-athletic, www.carboo4u.com & 21Run Triathlonteam für die Unterstützung im Jahr 2017!